Benjeshecke – locker geschichtetes Totholz 🦔 🪵 🐌 🐿 🕷 sieht nicht nur gut aus, bietet zusätzlich Lebensraum und Schutz für Insekten, Igel, Frosch, Amsel und Co

Benjeshecke – locker geschichtetes Totholz 🦔 🪵 🐌 🐿 🕷 sieht nicht nur gut aus, bietet zusätzlich Lebensraum und Schutz für Insekten, Igel, Frosch, Amsel und Co

Aus der Überlegung heraus, wohin mit dem Baum- und Strauchschnitt, der bei einem 1000qm naturnahen Garten nicht ausbleibt, entstand 2018 unsere Benjeshecke. Auch weil der Bestandszaun aus alten Bahnschwellen den Jahren zum Opfer gefallen ist und inzwischen mehr eine Zaunruine ist, bot sich die Lösung Benjeshecke, mit dem Totholz aus dem Baum- und Strauchschnitt, an. Wenigstens für einen Teilabschnitt der 100 Meter langen Grenze zum Nachbargrundstück. Die Lösung ist nicht nur kostengünstig, sondern vielseitig für die Natur und damit praktizierter Naturschutz. Nennt mich Umweltaktivistin ; )

Winter 2020. Gartenbild mit frostiger Wildwiese, Totholzhecke und Igelunterschlupf.
Unsere erste Version der noch jungen Benjeshecke im Winter 2020.
Unsere Totholzhecke im Juni 2019 mit Wildwiese im Vordergrund.

Die Benjeshecke wurde in den 80er Jahren durch die Brüder und Naturliebhaber Benjes bekannt und gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Sie ist Insektenhotel, Schutzbau und Buffett für Igel, Kinderstube für Vögel, Versteckmöglichkeit für Frösche, Nahrungslager für Eichhörnchen und, in unserem Fall, ein lebendiger, stabiler Zaun zum Nachbarsgrundstück. Aus Naturschutzsicht ein wertvoller Beitrag für die Artenvielfalt und gegen das Insektensterben.

Radikalschnitt unseres alten Walnussbaums im November 2020.

2020 musste wir unserem alten Walnussbaum einen Extremschnitt verpassen. Ein Jahr haben wir den Baumschnitt in zwei großen Totholzhaufen liegen lassen. Ich finde, es sieht dekorativ im Naturgarten aus, wenn die Wildwiese das Totholz wie ein Passepartout einrahmt. Schon in dem einen Jahr tummelten sich Amseln, Spatzen und Finken in den Ästen. Ich bin überzeugt, die fühlen sich hier auch pudelwohl, weil zwei Hunde mit uns leben und Katzen aus dem Grund, wenigstens tagsüber, das Grundstück meiden.

Der Baumschnitt im Sommer 2021 wurde zu einem beliebten Aufenthaltsort für allerlei Vögel, die Haselmaus, das Eichhörnchen, Insekten und – eine Kröte muss man schlucken – die Wühlmaus. Gibt halt, wegen der Wühlmaus, keine Tulpen (mehr) in unserem Garten 🤷🏻‍♀️.
Ein Bild aus dem Sommer 2021. Rechts die nachts wunderbar duftenden Nachtviolen, links das Totholz aus dem Walnussbaumschnitt.
Der beschnittene Walnussbaum im Sommer 2021. Links der Haufen Totholz, eingewachsen von Wildwiese.
April 2021. Im Vordergrund Polsterphlox und Schleifenblume, im Hintergrund Baumschnitt der auf seine Verwendung in der Benjeshecke wartet.

Im Sommer 2021 haben wir hinten im Garten, da wo die Natur weitestgehend Natur bleiben darf, Teile des Walnussbaum-Totholzes zu einem „ordentlichen“ Holzstapel verbaut. Der Holzstapel baut auf einer kleinen Palette auf. Im Kopf hatte ich bei der Konstruktion unsere stacheligen Gartenbewohner. Und es dauerte auch nicht lange. Eines Morgens waren rund um den Holzstapel kleine Trampelpfade gelaufen. Ein Igel hatte die ganze Nacht geschuftet, trockenes Gras herbeigeschleppt und sich ein kuscheliges, kugeliges Nest unter der Palette gebaut.

Sommer 2021. Links Nachtviolen, eingerahmt durch Totholz von einem gefällten Kirschbaum des Nachbarn. Rechts der „ordentliche“ Stapel Totholz, unter dem sich ein Igel gemütlich eingerichtet hat.
Totholzsstapel mit Eingang zum Igelnest. Wunderbar versteckt in der hochstehenden Wiese.

2022. Vor ein paar Wochen machten wir uns daran das Holz des Walnussbaums in die Benjeshecke einzubauen. Da in der Höhe nichts mehr passte, haben wir kurzerhand die Totholzhecke um einen knappen halben Meter tiefer gemacht. Ein paar starke Pfosten im Abstand von 120 Zentimetern, 50 Zentimeter vor der Hecke und den alten Pfosten in den Boden gerammt. Mit einer sogenannten Ramme geht das zu zweit hervorragend. Schnell und easy. Ich rate zu einem Gehörschutz. Ich hatte keinen an und in meinen Ohren schepperte es wochenlang wie in einer Konservenbüchse.

April 2022. Im Vordergrund Polsterphlox und der fast verblühte Sauerkirschbaum. Da wo der Baumabschnitt zwei Jahre wild rumlag war die Wiese nicht mehr wirklich Wiese. Die Wühlmaus hatte vorgearbeitet, ich habe nachgearbeitet und warte jetzt auf ein Stück blühende Wildwiese, direkt vor der Totholzhecke.
In die Verbreiterung der Hecke habe ich alte Dachziegeln und Tonröhren, die mal für Weinflaschen gedacht waren, eingebaut. Im Kopf hatte ich dabei die Möglichkeit für Igel, Frosch, Vogel und Co eine Unterschlufpfmöglichkeit zu schaffen.
Alte Tonröhren als Unterschlupfmöglichkeit für Vögel, Igel und Co.
Links im Bild die Forsythien, die ich aus Stecklingen gezogen habe.

Vor der Benjeshecke habe ich aus Stecklingen drei Forsythien herangezogen. Die Forsythien sind inzwischen zu kleinen Sträuchern geworden. Weil ich aber zu viel in Gartengruppen gestöbert habe und Kommentare gelesen habe, die das Dasein der Forsythie im Naturgarten als Sakrileg betrachten, machte ich mir Gedanken, ob ich sie durch Kornelkirsche, Holunder, Felsenbirne oder ähnlich Nützliches ersetzen soll. Die Forsythie trägt weder Nektar noch Pollen und entwickelt auch keine Früchte. Weder Tier noch Mensch kann sich von ihr ernähren, so die Meinung der meisten Naturgartenliebhaber. Ich habe die Forsythie nicht entfernt. Warum? Die Forsythie ist ein Gestrüpp. Ein ausgesprochen hübsches Gestrüpp, wenn es blüht. Mit der Blühte erfreut es mich und als Gestrüpp bietet es Schutz für Vögel.

Kurz nachdem wir die Benjeshecke erweitert haben, das war Ende März 2022, entdeckte ich ein perfekt gebautes Vogelnest in der Tiefe des Totholzes, gut versteckt hinter den Forsythien. Das Nest ist stabil, rund, wie mit dem Zirkel gezeichnet, ein Meisterwerk, gebaut nur mit Schnabel und vielleicht noch Kralleneinsatz. Ich würde das mit meinen hochfunktionalen, beweglichen Fingern nicht hinbekommen. Noch nicht einmal für Dekozwecke.

Im April 2022 hat sich eine Amsel ein perfektes Nest hinter den Forsythien, gut geschützt, in der Totholzhecke gebaut. Seit einer Woche sitzt sie nun da und brütet.
Ich habe die Amsel mit einem Teleobjektiv fotografiert. Zu nah traue ich mich nicht ran. Ich will die werdende Mutter nicht beunruhigen.
Auch auf Abstand werde ich von Frau Amsel mißtrauisch beäugt.

Es ist jetzt der 21 April und seit einer Woche sitzt ein brütendes Amselweibchen, hinter den inzwischen grünen Forsythien, im perfekten Nest. Gerade in diesen Tagen, die mit schrecklichen Nachrichten aus der Welt mir drohen den Atem und die Freude zu rauben, sind das rettende Glücksmomente.

Eine Antwort zu “Benjeshecke – locker geschichtetes Totholz 🦔 🪵 🐌 🐿 🕷 sieht nicht nur gut aus, bietet zusätzlich Lebensraum und Schutz für Insekten, Igel, Frosch, Amsel und Co”

  1. Gratuliere! Eure Hecke gefällt mir sehr. Wir haben auch eine in unserem Garten. Darin nisten Zaunkönig und 8vielleicht ein Rotkehlchen. Sie leben sehr versteckt, deshalb weiß man nicht so genau. Liebe Grüße vom gruenen Daumen

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